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AnimeSharp - animating people (BETA)ExtendedThe CoffeehouseEin Praktikumsbericht den man im Netz gefunden hat...
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Author Topic: Ein Praktikumsbericht den man im Netz gefunden hat...  (Read 8942 times)
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Dorian
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« on: 25. March 2007, 13:32:54 »

Leute lacht euch tot!


Quote
Dennis Wawer
(Stufe 12)



Inhaltsangabe
1. Wie backe ich einen schmackhaften Kuchen? (S. 30)
1.1. Schokoglasur leicht gemacht? (S. 35)
1.2. Was tun mit schlechter Schokoglasur (S. 40)
1.3. Was tun beim Verzehr von schlechter Schokoglasur (S. 45)
1.4. Erste-Hilfe von A-Z (S. 50)
1.5. Die besten Notrufnummern (S. 55)
1.6. Krankenhausessen schmackhaft gewürzt (S. 60)
2. Die besten Kinderklamotten (S. 65)
2.1. Rot (S.70)
2.2. Blau (S.75)
2.3. Gelb (S. 80)
2.4. Grün (S. 85)
3. So kocht und würzt man Blumekohl (S. 90)
3.1. So wird’s nicht zu scharf (S. 95)
3.2. So wird’s nicht zu sauer (S. 100)
3.3. So wird’s nicht zu süß (S. 105)
3.4. So wird’s eklig (S. 105)







Praktikumsbericht
21.8. – 1.9.2006
Dennis Wawer



So, das hier ist also der Praktikumsbericht von mir, der jeden davon in Kenntnis setzen soll, dass ich dieses Praktikum erfolgreich ausgeführt und bestanden habe.
Zu Anfang muss man natürlich sagen, wo und warum man das Praktikum denn durchgeführt hat. Diese Frage ist meist leicht zu beantworten. Bei mir lautet die Antwort: „Erftland-Apotheke“ in Sindorf beim Herrn Graf-Riesen. Schnell beantwortet und informativ wie ein Lexikon. Nun steht bei den lustigen Hinweisen auf der Schulhomepage, dass man seinen Weg dorthin beschreiben soll und wie man zu dem Praktikumsplatz gekommen ist. Tja, beides ist so spektakulär wie der scheintoten Oma beim Socken stricken zuzuschauen. Aber beides ist essentiell wichtig für den Praktikumsbericht. Warum auch immer.
Jedenfalls ist die „Erftland-Apotheke“ meine ‚Stamm-Apotheke’, da sie am nächsten liegt. Ich gehe seit Jahr und Tag bei jedem kleinen Weh-Wehchen zu dieser Apotheke und besorge mir Morphium oder ein schwächeres Schmerzmittel. Manchmal gehe ich vorher auch zum Arzt und lasse mir meine Verletzung bescheinigen. Da die Zeit langsam knapp wurde und ich zugegebenermaßen keine Lust hatte bei der jetzigen 11 im Unterricht zu sitzen und den Stoff noch mal zu lernen, den ich schon beim ersten mal für unwichtig erachtet und wieder verdrängt habe, habe ich beim nächsten Stammbesuch einfach mal gefragt. Prinzipiell hätte mir der Praktikumsplatz gar nicht zugestanden, da Kristina Junggeburth schon einige Zeit vorher nachgefragt hat. Da ich aber Glück hatte und der Herr Graf-Riesen anscheinend keine Lust hatte nachzuschauen ob überhaupt ein Platz frei für diese zwei Wochen ist, hat er mich einfach angenommen und damit war die Sache gegessen. Der Vollkommenheit halber möchte ich kurz anmerken, dass ich zu diesem Zeitpunkt von Kristinas Praktikumsplatz nichts wusste. Umso größer war die Überraschung, als der Herr Graf-Riesen mich am 19. August anrief und mich fragte ob ich nicht noch einen anderen Praktikumsplatz finden könnte, da er leider leider leider vergessen hat, dass er den Platz leider leider leider schon vergeben hat. Nach ein paar Sekunden absoluten Schweigens (man kann sich meinen Schock vielleicht vorstellen) habe ich ihm freundlich gesagt, dass ich leider keine Zeit mehr habe einen neuen Platz zu suchen. Daraufhin nahm er seine Aussage zurück und meinte, dass es nichts ausmachen zwei Praktikanten zu haben. Dies war ein sehr großes Glück für alle Beteiligten.

Soviel zur Eroberung meines Praktikums. Weiter steht in dem sehr informativen Teil der Schulhomepage, ich solle meinen Weg dorthin beschreiben. Da ich ein sehr großzügiger Schüler bin und gerade nichts Besseres zu tun habe, werde ich den Weg möglichst genau erklären. Für manche Leser ist es vielleicht besser geeignet sich Map24.de als Hilfe zu nehmen, damit man genau verfolgen kann welchen Weg ich täglich gegangen bin um meinen Dienst am deutschen Vaterland zu verrichten bzw. Kisten in der Apotheke einzuräumen. Aber dazu später mehr.
Startpunkt ist „am Kolvermaar 5a, 50170 Kerpen“. Ich gebe ihnen ein wenig Zeit die Daten einzutippen indem ich ein paar Zeilen über meinen Hund schreibe. Er ist ein mittelgroßer Pincher-Jack-Russel Mischling mit einem hellbraunen Fell. Momentan sitzt er unten im Flur in seinem Körbchen und wartet darauf, dass jemand kommt und mit ihm spielt. Leider muss ich aber hier sitzen und diesem Bericht anfertigen. Indirekt ist also jeder Leser daran schuld, dass mein Hund unten vereinsamt.
So, mittlerweile dürfte jeder die Daten eingetippt haben. Falls jemand allerdings beim Lesen gestoppt hat um die Daten einzugeben, wird er sich vielleicht wundern warum ich in einen offiziellen Praktikumsbericht völlig belanglose Dinge über meinen Hund erzähle. Dem kann ich nur sagen: Ich weiß es nicht.

Das ist sie! Ihr Name ist Mira.

Wie gesagt ist der Startpunkt mein Zuhause. Man geht quasi aus meinem Haus raus und geht direkt rechts und geht die nächste auch rechts. Wer Lust hat, kann auch mit einer Kletterausrüstung direkt durch den Garten anderer Leute gehen. Wäre wenigstens kein Umweg. Na ja, jedenfalls geht man ca. die Hälfte der Straße runter und biegt dann links in eine kleine Seitenstraße ab. Falls jemand der sehr geehrten Leser die Strecke mit dem Auto nachfahren will, so soll er bitte davon in Kenntnis gesetzt werden, dass ich so manche kleine Straße benutze in die kein Auto rein passt. Nur das keiner sagt, ich hätte ihn nicht gewarnt. Jedenfalls geht man diese kleine Seitenstraße durch bis man hinaus kommt und geht geradeaus weiter in die nächste Straße. Dabei aber immer schön nach links und nach rechts gucken ob auch ja kein Auto kommt. Hab ich gemacht! Sollte jeder tun! Sobald man aus der Straße raus kommt dreht man sich nach rechts und geht wieder einmal geradeaus weiter bis man vor einem Haus steht. Nein, dies ist nicht die Apotheke. Dies ist nur ein Einfamilienhaus. Ich werde schon bescheid geben und laut STOP rufen wenn wir vor der Apotheke stehen. Denn sobald man vor dem Haus steht muss man sich nach links drehen und ca. 2 Meter weiter wieder nach rechts abbiegen. Die Meter Angaben sind wie immer ohne Gewähr somit sollte jeder sich einfach nach dem gesunden Menschenverstand richten und NICHT gegen die Garage laufen, die dort steht.
Falls man bisher möglichst korrekt den Angaben gefolgt ist sollte man nun auf einer asphaltierten Straße sein, wobei ich anmerken will, dass es besser wäre sich auf den Bürgersteig zu stellen. Jedenfalls folgt man der Straße ein bisschen und biegt bei der zweiten Möglichkeit links ab. Anschließend wieder rechts, dann direkt links und wieder einmal rechts. Falls man sich nicht verlaufen hat, nicht gegen geschlossene Garagentore gelaufen oder überfahren worden ist, sollte man nun auf der Kerpener-Straße sein, auf die unser sehr geschätztes Reise-Ziel und Tempel der Medikamente liegt. Man folgt also der Straße ca. 50 Meter bis man bei dem großen Schild angekommen wo mit kryptischen Schriftzeichen „Erftland-Apotheke“ eingemeißelt wurde. Damit auch die Leute wissen was ich meine, die zu den 6 Millionen Menschen gehören die nicht lesen oder schreiben können und diesen informativen Text vorgelesen bekommen: Die Apotheke liegt neben der Schneider-Bäckerei (da wo es nach Brötchen riecht) und der Kirche (wo der Hippie am Kreuz hängt).

So, nun sind wir da. Die Medikamenten-Hochburg von Erzkanzler Graf-Riesen. Imposant erstreckt sie sich gen Himmel. Nun bleibt ihnen die Wahl. Entweder Sie gehen durch den Vordereingang und verhalten sich ganz normal. Oder Sie versuchen durch den Hintereingang (den ich damals benutzte) hineinzustürmen. Dabei laufen Sie allerdings Gefahr, dass jeder Angestellte in diesem Betrieb anfängt laut zu schreien und wegläuft.
Ich empfehle den Vordereingang. Die Arbeitszeiten und somit die Zeiten, an denen jeder normal-sterbliche Einlass gewährt bekommt sind die folgenden:

Montags: 8:00 – 19:00
Dienstags: 8:00 – 19:00
Mittwochs: 8:00 – 12:00
Donnerstags: 8:00 – 19:00
Freitags: 8:00 – 19:00
Samstags: 8:00 – 12:00

Aber nicht, dass sie denken, wir als Praktikanten hätten die gleichen Arbeitszeiten wie die Angestellten. Nein,nein….

Unsere Arbeitszeiten waren anders. Und zwar lauteten sie:

Montags: 9:00 – 18:00
Dienstags: 9:00 – 18:00
Mittwochs: 9:00 – 12:00
Donnerstags: 9:00 – 18:00
Freitags: 9:00 – 18:00
(von 12:30 bis 14:30 Mittagspause)

Ja, so sieht es aus. Wirft doch gleich ein ganz anderes Licht auf den Betrieb. Jedenfalls hatten wir mittwochs ab 12:00 sowie samstags und sonntags Ausgang…ähm…Freigang. Ich meine Frei.

Nun lese ich gerade, während ich Kekse esse, dass rechtliche Formen des Betriebes noch interessant sind. Zwar denke ich das nicht, doch wenn das erwünscht ist, werde ich auch das noch erläutern. Es gibt keinen Betriebsrat, es gibt keine Gewerkschaft. Es ist eine Diktatorische Herrschaft, die nur darauf wartet gestürzt zu werden. Nun gut, das stimmt nicht. Der Chef ist ziemlich Human und die Mitarbeiter können jederzeit schriftliche Bitten bzw. Forderrungen stellen.

So weiter im Programm. Der nächste Punkt in meiner wundervollen Stütze, geschrieben von Herrn Dänner dem ich ganz herzlich an dieser Stelle danke, die auf der Schulhomepage, geführt von Herrn Woidtke, dem ich auch ganz herzlich danke, dass er die Stütze die Herr Dänner geschrieben hat nicht schon längst von der Seite geschmissen hat, ist der Arbeitsplatz selber.

Damit wären weitere fünf Zeilen meines Praktikumsberichts gefüllt, was mich sehr stolz macht.


Das ist eine Dose „fein gehackter Tomaten“

Der Arbeitsplatz. Ja, gute Frage. Es war eine Apotheke. Na ja, nicht ganz…es war meist der Keller einer Apotheke. Aber wir wollen ja vollständig sein und nicht nur grob irgendetwas hin kritzeln, nicht wahr? Wenn man durch die Vordertür hineingeht, läuft man direkt auf die Theke zu. Wie bei jeder Apotheke kann man von dort aus in das gemütliche Hinterstübchen gucken, was wie bei den meisten Apotheken in einem sehr hässlichen Holz-Dunkelbraun gehalten ist. Hier ist es, wie üblich in zwei Ebenen unterteilt. Der erste Teil des großen Raumes ist das Medizinische Alphabet. Oben bereits erwähnte Analphabeten unter den Lesern/Zuhörern werden dort wohl nicht gerne hingehen. In diesem relativ großen Raum, sind alle Medikamente und Drogen zu finden, die die Apotheke zurzeit im Besitz hat. Diese sind, manche mag es wundern, Alphabetisch sortiert. Während meiner Arbeitszeit durfte ich manchmal…ach wen lüge ich an…jeden Tag mehrfach ein paar Wagenladungen Medikamente einsortieren. Manch einer mag sich fragen: „Ey, der Depp spricht da von Wagenladungen. Soviel passen in diese kleinen Schubladen doch gar nich rein“. Jaha, da mag die Person recht haben. Aber aufmerksame Leser haben vielleicht noch meine Aussage in Erinnerung, dass ich die meiste Zeit im KELLER der Apotheke verbracht habe. Und dieser Keller ist groß genug für Wagenladungen von Medikamenten. Dieser Keller ist groß genug für 50 Wagenladungen voller Medikamente. Pro Tag! Ergo musste ich bei jedem kleinen Husten-Medikament ins Alphabet latschen nach dem Medikament suchen (was manchmal recht schwierig war, da unter den Mitarbeitern wohl auch ein paar Analphabeten waren, die nicht wussten, dass B VOR F kommt). Als ich das jeweilige Medikament gefunden hatte, sah ich oft genug, dass die Schublade leider schon voll ist. Da der Lastenaufzug immer voll mit irgendwelchen Säften, Cola-Flaschen oder sonstigem Müll war und somit meiner Auffassung nach wohl nur der Zierde diente, durfte ich jedes kleine Nasenspray einzeln in den Keller bringen um dort erneut festzustellen, wie stümperhaft manchen Leuten, dass Alphabet beigebracht wurde.

Der zweite Teil des gemütlichen Hinterzimmers ist mehr ein Flur, in dem zwei PCs stehen sowie der Hintereingang an dem die Warenlieferungen angenommen bzw. abgegeben werden.
Da sinnlose Details anscheinend recht beliebt bei derartigen Berichten sind, möchte ich die Kisten in denen die Medikamente geliefert wurden und vermutlich auch noch werden kurz beschreiben. Sie sind Gelb. Manchmal rot. Das war’s! Die haben zwei Griffe mit denen man sie öffnen kann, sowie eine Rechnung um sie in den Computer (hui, Technologie) einzugeben. Dazu aber später mehr. Der Flur endet im Übrigen in einer Kreuzung mit vier wegen. Falls jemand der Leser tatsächlich entgegen meines Rates durch den Hintereingang (womöglich bewaffnet) gestürmt ist, kann er sich diese Kreuzung mal näher angucken. Interessant ist sie nicht, aber man kann sich die Zeit vertreiben bis man von der Polizei abgeholt wird. Links gibt es zwei mögliche Wege. Der eine führt in den Keller, der wiederum in insgesamt 4 Teile aufgeteilt ist. Im ersten und eindeutig größten Teil befinden sich die ganzen Medikamente befinden. Der zweite Teil ist ohne eine Tür vom ersten Teil aus erreichbar. Allerdings auch selten uninteressant. Dort befinden sich ausschließlich Windeln für Erwachsene. Aber da wir hier ja seriös wirken wollen, nenn ich sie beim offiziellen Namen. Es befinden sich dort Inkontinenzeinlagen. Allerdings nur die überschüssigen. Die meisten liegen in der Sichtwahl wenn man in die Apotheke hineinkommt.
Zusätzlich sind im zweiten Teil noch Säfte gelagert, die man in der Apotheke kaufen kann. Damit sind allerdings keine Medikamentösen Säfte gemeint, sondern Fruchtsäfte. Die Ironie dabei ist, dass sie direkt neben Inkontinenzeinlagen liegen. Es liegt also das Getränk sowie die Windel die es wieder auffangen soll in einem Raum. Praktisch oder einfach ziemlich grotesk. Ich enthalte mich eines Urteils.
Im dritten Teil befinden sich viele Rohstoffe, die allerdings selten bis nie benötigt werden. Dies kann man schon daran sehen, dass die meisten Behälter leer sind. Zusätzlich werden dort noch Kochsalzlösungen (NaCl) gelagert, die vielleicht mal irgendein Krankenhaus braucht (Anm. einige waren bereits abgelaufen und mussten aussortiert werden).
Der vierte Teil ist eindeutig der spannendste und vielleicht sogar albernste Teil des ganzen Betriebs. Denn sobald man einmal alleine dort drin war, weiß man wie sich mancher Charakter in einem Horror-Film fühlen dürfte. Zum einen liegt dort eindeutig mehr Unsinn und nutzloser Kram als im Keller eines Messies. Doch das was mich am meisten beunruhigte waren massenweise seltsam entstellte Schaufensterpuppen denen im besten Fall nur ein Arm oder Bein fehlte. Zusätzlich lag dort kaputtes Spielzeug, Poster, Fotos, Angeln (!), zerbrochene Spiegel (!!) und eine Kiste voller Schnurstücke (!!!).
Kommen wir nun zum zweiten Weg den man oben (sie erinnern sich?) wählen konnte. Wer hier entlang schlendert wird zugegebenermaßen den interessantesten Raum im ganzen Gebäude kennen lernen. Es sieht aus wie eine Küche aus einem alten Plattenbau ist jedoch das hauseigene Laboratorium der Apotheke. Hier werden ab und zu mal irgendwelche Stoffe geprüft ob sie denn auch wirklich rein sind. Sie sind eigentlich so gut wie immer völlig in Ordnung und nach den Angaben der Mitarbeiter ist es noch nie vorgekommen, dass irgendein Stoff irgendwelche Verunreinigungen enthält. Das macht diesen Job zwar nicht weniger wichtig jedoch wirklich wirklich wirklich langweilig. Wem macht es schon Spaß jeden Tag mir irgendwelchen giftigen Stoffen rum zu hantieren, wenn im Endeffekt doch immer wieder herauskommt, dass mit dem Stoff alles in Ordnung ist.
Jedenfalls sind dort jede Menge Stoffe gelagert, welche allerdings auch in den meisten Fällen eigentlich nur durch leere Flaschen symbolisiert werden. Interessanter sind da schon die Gerätschaften im Labor, die zwar nie benutzt aber sehr oft und ausgiebig angeguckt werden.
Abzug, ein äußerst starkes Mikroskop sowie ein Gerät zur Herstellung von Kapseln (Anm. Kapseln werden im Übrigen wirklich nie hergestellt) sind wirklich nett anzusehen.

Die weiteren möglichen Wege im Flur sind doch sehr unspektakulär. Wer sich diese langweilige Suppe ersparen will, soll bitte ein paar Zeilen springen bis zu dem Wort Käsefondue in groß geschriebenen Buchstaben. Da geht es um den hauseigenen Wet-T-Shirt-Contest der regelmäßig in der Apotheke veranstaltet wird.
Zum einen könnte man geradeaus gehen, dort geht es zur Garderobe. Und zur Toilette. Da ich ihnen aber unangemessenen Fäkal-Humor ersparen möchte, werde ich nicht auf die Toilette eingehen. Fakt ist, dass ich mehrfach zum Schlecker laufen musste (den Weg dorthin werde ich gleich erklären) und dort einige WC-Reiniger kaufen musste. Ob sie wirklich verwendet wurden, wage ich zu bezweifeln.
So, nun zum Weg von der Apotheke zum Schlecker. Man geht aus dem Vordereingang heraus, dreht sich nach rechts bis zur Ampel. An der Ampel wartet man, bis jemand kommt und einem den Gefallen tut, den Knopf zu drücken, da man selber dazu leider nicht in der Lage ist. Dann wartet man bis das grüne Männchen erscheint und geht über die Straße. Dann steht man auch schon vor dem Schlecker. Lecker! Reimt sich!
Wenn man sich im Flur nach rechts wendet kommt man ins Büro. Das Büro ist eigentlich kein Büro. Eigentlich sitzt dort nur vormittags eine Frau drin und wirft ein paar Zettel um sich herum. Zusätzlich kriegt sie die Post. Meist ist das aber nur Reklame. Dort steht auch ein Faxgerät. Es ist ca. 30cm hoch und 70cm breit. Es ist relativ alt aber funktioniert noch prächtig.

KÄSEFONDUE

So, manch ein komischer Kauz dachte sich vielleicht: „Hehe, hier gibt’s jetzt was über Titten. VON FRAUEN!“ Diese Personen möchte ich gerne bitten, meinen liebevoll angefertigten Praktikumsbericht bitte weg zu legen und sich bitte möglichst weit weg von meinem Haus zu bewegen. Meine Adresse steht ein paar Zeilen weiter oben. Ich danke ihnen.

Nun möchte ich ganz konkret auf meinen Arbeitsalltag eingehen. Ich bin, wie ich schon sagte immer so gegen 9:00 angetanzt und wurde sofort von der morgendlichen Warenlieferung begrüßt. Die durfte ich dann einräumen. Über die Probleme die dies mit sich brachte und die damit verbundenen Ärgernisse habe ich bereits berichtet. Diese Waren mussten aber nicht nur eingeräumt sondern natürlich auch eingescannt und abgezählt werden. Dies war wie erwartet ziemlich einfach und anspruchslos.
Aber da ich noch immer nicht die geforderten zehn Seiten voll habe, werde ich wohl weiterhin alles in allen Details erklären müssen. Mein Hund sitzt im Übrigen immer noch unten.
Als die Warenlieferung kam musste ich zuerst die gelben Kisten öffnen. In jeder Kiste lag ein Zettel den sie „Rechnung“ nannten. Diese war, laut den Angestellten seeehr wichtig. Ich hatte bei diesem komplexen Verfahren im Endeffekt die volle Verantwortung, da ich es komplett alleine machen musste. Ich hatte also im Endeffekt die Aufgabe jedes Medikament einzuscannen und nachzuzählen ob auch wirklich die Menge geliefert wurde die bestellt wurde. Und als ob das mein mentales Fassungsvermögen nicht schon ausreichend beanspruchte musste ich zusätzlich auf jeder Medikamentenschachtel nach dem Verfallsdatum sehen. Wenn dieses schon abgelaufen oder weniger als drei Monate war wurde es meistens wieder zurück geschickt. Es gab aber auch den Sonderfall (diejenigen die nicht mehr in der Lage sind meinem Gedankengang zu folgen, gebe ich den Rat, sich mit einem Hammer mehrfach auf den Kopf zu hauen. Dies half mir während der ganzen Praktikumszeit immer sehr viel), dass ein bestimmtes Medikament auf Rezept hin bestellt wurde. Dies bedeutet, dass das Medikament sofort benötigt und auch verbraucht wird. Und das bedeutet, dass das Medikament nicht nach dem Verfallsdatum erst verkauft wird. Und das bedeutet, dass man es trotzdem behalten und aushändigen kann. WOW! Ich gebe jedem Leser jetzt ein wenig Zeit mir ein wenig zu applaudieren. Jeder weiß, dass ich es für eine derartig komplexe und brillante Leistung mehr als Verdient habe.

So…5…4…3…2…1..weiter geht’s.

Sobald ich den ganzen medizinischen Mist eingescannt habe, muss ich die Rechnungen kontrollieren und eingeben. Dies geschieht entweder schnell und langweilig. Oder langsam und langweilig. Letzteres passiert immer dann, wenn mal wieder irgendein Preis im Computer falsch ist. Und es ist ja nicht so, dass der Computer erkennt welcher Preis falsch ist. Nö. Man muss jeden einzelnen Artikel aufrufen und mit dem Preis auf der Rechnung vergleichen. Und dies wird noch problematischer, da die bereits erwähnten Schwierigkeiten mit dem Alphabet leider auch bis in den PC vorgedrungen sind.

Puh, das ganze war bisher vielleicht eine Schreibarbeit. Anstrengend. Aber so langsam gehen wir auf das Ende zu, was für manche genauso wie für mich eine Erleichterung sein sollte. Denn, ganz ehrlich: Ich beneide niemanden der Juroren oder Lehrer, der meinen mentalen Unsinn tatsächlich lesen antun muss. Ich schreibe ihn und esse dabei ungesundes Zeug. Ich weiß zwar nicht, was sie machen, aber sie müssen es lesen und bewerten. Eine Tätigkeit mehr als ich. Oh….ich drifte ab.

Der Alltag einer Apotheke beinhaltet auch spannende Verhandlungen mit Vertretern von Pharma-Firmen. Was in der Theorie spannend klingt, wird im Endeffekt nur zu einem Ja/Nein-Gespräch. „Wollen sie unsere rundum verbesserte Schmerz-Creme? Eigentlich ist das nur Zahnpasta in einer anderen Tube und weniger ist auch noch drin, aber den Namen haben wir uns ganz alleine ausgedacht!“. Meist kam als Antwort der Angestellten: „Nein.“ Manchmal kam auch ein „hmmm…nein.“ Und ganz selten (das hat der Unterhaltung erst den richtigen Pfiff gegeben) ein „Ja. Geben sie mir [bitte Ziffer zwischen 1 und 10 einsetzen]!“. Warum und wieso und weshalb wir die, vom schmierigen Vertreter angepriesenen Produkte brauchen bzw. kaufen wurde mir leider nicht erklärt. War im Endeffekt vermutlich eh nur Glücksspiel.

Weiter geht’s mit dem sorgfältigen Abfüllen von Tee. Wir als wichtige und hoch geschätzte Praktikanten hatten die glorreiche Aufgabe Tee in Tüten zu füllen. Einmal in 150g und einmal 250g Tüten. Ich würde nicht sagen, dass wir keinen Spaß dabei gehabt hätten, aber wir hatten keinen Spaß dabei. Dabei ging so einiges daneben, da ich den pulverigen Mist mit einer kleinen Kelle aus einer Tüte gigantischen Ausmaßes fischen musste. Zusätzlich musste natürlich immer drauf geachtet werden, dass es 250g und nicht 249.999g sind. Es mag vielleicht eine gesetzliche Geschichte sein, dass da derart darauf geachtet wird. Aber welcher Kunde im Kuh-Kaff Sindorf hat denn eine Wage Zuhause mit der er den Tee wiegt, denn er gerade gekauft hat. Vielleicht richtig, auf jeden Fall nervig.

Und da mein Herz noch genug verkraften konnte und mein Adrenalin-Pegel noch nicht ganz das Maximum erreicht hatet, wurde mir noch etwas Neues präsentiert. Mir wurde gezeigt, wie Kapseln (zum Schlucken! Die lustigen weichen Dinger mit Pulver drin) hergestellt werden. Da ich sehe, dass die letzte Seite immer noch nicht erreicht ist, werde ich wohl oder übel jedes Detail beschreiben müssen.
Die Kapseln waren weiß. Na ja, sie waren eher milchig, von der Farbe her. Jedenfalls haben wir sie mit den Fingern (ohne sie zu waschen…HAHAHA) aufgemacht und in ein Gerät gesteckt. Dieses „Gerät“ war aber eigentlich nur ne 30cm große Platte mit kleinen Löchern drin, in die wir die Kapseln steckten. Dann durften wir ein bisschen mit Füllstoff rummantschen und ihn über die ganzen Kapseln verstreuen, so dass diese gefüllt wurden. Zur Erinnerung: In dieser Apotheke werden nie Kapseln hergestellt. Warum sie dieses Ding besitzen weiß kein Mensch. Vermutlich so eine Schwanz-Vergleich-Geschichte. Typisch Apotheker.

Und damit wäre ich wohl an dem Punkt angekommen, an dem ich ENDLICH meine subjektiven Ansichten vertreten kann. Dies habe ich ja im restlichen Bericht ziemlich gut unterdrückt. So existiert in unserer Wundervollen Hilfe der Punkt „Eigene Interessen bzw. Initiativen“. Was man da schreiben soll ist mir schleierhaft. Deshalb werde ich einfach so tun, als würde ich sie verstehen und völlig objektiv die Frage bzw. den Punkt beantworten.
Ich interessiere mich speziell für Musik. Dabei bin ich innerhalb der Szene ziemlich offen. Bevorzugt, höre ich allerlei Arten von Ska. Aber auch viel Punk, Metal und Psychobilly. Außerdem habe ich die Initiative ergriffen und habe mir eine Gitarre gekauft und bringe es mir seit ca. einem Jahr selber bei. Läuft bisher eigentlich ganz gut. Falls gewünscht kann ich ein paar Lieder nachreichen. Vielleicht hilft das meinen so sehr ersehnten Preis abzusahnen den es für einen herausragenden Praktikumsbericht gibt.
Hmm…der Punkt lief gut. Auf zum nächsten. „Eigener Lerngewinn“ Was habe ich gelernt? Ich habe Sprechen, Lesen, schreiben, gehen gelernt und was Desoxyribonukleinsäure ist. Genug? Oh, jetzt versteh ich es. Was ich in der Apotheke gelernt habe? Nunja, ich habe gelernt, dass nicht jeder genauso gut das Alphabet beherrscht wie ich oder sie (Die Analphabeten, nehmen mir das bitte nicht übel).
Den Eindruck vom Betrieb erspare ich mir hier, da ich nun mal schon vorher den Betrieb beschrieben habe. Ich frage mich auch gerade warum dieser Punkt da drin steht, da nun mal der halbe Bericht um die Beschreibung des Betriebes geht. Und er wird nun mal beschrieben so wie man ihn wahrgenommen hat. Aber wie sagt man: Doppelt hält besser.
Die Betreuung durch den Lehrer war wiederum unspektakulär. Herr Venatier hat alles gemacht, was er machen konnte. Wenn man sich meinen Bericht durchliest wird man auch merken, dass es wirklich nicht viel für einen Lehrer zu tun gab.

Der nächste Punkt ist vielleicht ein wenig grotesk. „Empfehlungen für die Praktikanten des nächsten Jahres“. Wenn man bedenkt, dass dieser Praktikumsbericht ohne mein Zutun sowieso kein jetziger 11er zu lesen bekommt, kann ich genauso gut hier ein Gedicht schreiben. Und wissen sie was? Das werde ich auch tun:





Praktikum, oh Praktikum,
wie schön war diese Zeit.
Praktikum, oh Praktikum,
wann ist es wieder soweit.
Spaß, Freude und Humor,
hattest du immer dabei.
Im Labor stand ganz viel Chlor,
viele Flaschen in einer Reih.


Damit wäre mein Praktikumsbericht beendet. Und falls sie mich nicht absichtlich wegen diesem Praktikumsbericht sitzen bleiben lassen, wird dies auch mein letzter sein.
Allerdings möchte ich kurz anmerken, dass ich wirklich viel Mühe in diesen Bericht gesteckt habe und ich zugegebenermaßen auch ein wenig Stolz bin. Dieser Bericht ist ehrlich und hat in meinen Augen einen „angebrachten Stil“, wenn man sich die Aufgabenstellung mal zu Herzen nimmt. 13 Seiten absolute Ehrlichkeit und 13 Seiten völliger Wahnsinn.
Auch möchte ich noch mal hervorheben, dass die Angestellten in dem Betrieb mich sehr nett empfangen und sich bemüht haben meinen Arbeitsalltag möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Der Punkt ist, dass dies missglückt ist. Trotz allem möchte ich jedem in der „Erftland-Apotheke“ danken und betonen, dass nichts was hier steht die Schuld irgendeines Mitarbeiters geschweige denn, des Herrn Graf-Riesen ist. Weiter muss ich betonen, dass alles in diesem Artikel sehr überspitzt und übertrieben dargestellt ist. Die Zustände der Apotheke sind vorbildlich. Der Zorn und der Sarkasmus keimen nur in der Aufgabenstellung der Schule, der ich hiermit noch mal ganz persönlich und herzlich danken möchte.
Ich danke für die Geduld die jeder Leser anscheinend aufgebracht hat, indem er tatsächlich den ganzen Bericht gelesen hat. Ich danke jedem, der vielleicht einmal während des ganzen Berichts gelacht hat. Und ich hoffe ehrlich, dass dieser Bericht der Jury vorgelegt wird und ein Sonder-Preis eingerichtet wird. Der „Dennis Wawer-Preis“!
« Last Edit: 17. October 2007, 18:05:11 by ドド » Logged

No rest. No mercy. No matter what!
floW
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« Reply #1 on: 25. March 2007, 14:28:01 »

zu geil des ding Cheesy Cheesy
« Last Edit: 23. June 2007, 19:43:13 by ドド » Logged
Lars
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« Reply #2 on: 17. October 2007, 17:16:36 »

Der Verfasster hat bestimmt eine eins bekommen Cheesy
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